Höchststand der Armutsquote in Deutschland

In Deutschland geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Etwa 12,5 Millionen Menschen sind in Deutschland arm. Die wachsende Zahl an Kinder- und Altersarmut ist dabei besonders bedrohlich. Zunehmend sind auch Alleinerziehende Eltern von Armut bedroht.

Der neue Armutsbericht 2015 stellt neuen Höchststand fest

Zwischen 2006 und 2013 stieg die Armutsquote stetig weiter und hat eine Rekordhöhe erreicht. Laut Armutsbericht 2015 des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind 15,5 Prozent der Bundesbürger von Armut betroffen. Zu den Risikogruppen gehören vor allem junge Menschen, Alleinerziehende und Ältere. Die Armutsentwicklung zeigt in den 16 Bundesländern eine erschreckende Tendenz. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer.

Die Zahl von armen Kindern und Rentnern zeigt eine rasante Armutsentwicklung. 2013 erreichte die Armutsquote bei Minderjährigen ihren Höchststand. Seit 2006 stieg sie auf 19,2 Prozent. Die Quote von jungen Hartz 4 Empfängern bis 15 Jahre stieg 2014 erstmals nach einem Rückgang bis 2007 wieder an.

Bei Rentnern liegt die Armutsquote mit 15,2 Prozent etwa unter dem Bundesdurchschnitt. Dafür wächst die Quote viermal schneller, als bei anderen Gruppen. Dem Paritätischen Wohlfahrtsverband zufolge könnte die Quote bei Rentnern 2015 erstmals über der des gesamten Bundesgebietes liegen.

Zu den Risikogruppen gehören auch Alleinerziehende und Erwerbslose

Gerade Alleinerziehende haben es oft besonders schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Durch die Kinderbetreuung sind viele zur Teilzeitarbeit gezwungen. Das geringere Einkommen ist ein häufiger Grund für Armut. Über 43 Prozent allein erziehende Eltern leben in einer prekären Situation. Aus dem neuen Armutsbericht 2015 geht weiter hervor, dass 60 Prozent arbeitsloser Menschen in Armut leben.

Wohngeld soll 2016 steigen

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung soll der Mietzuschuss 2016 erhöht werden. Auch die bezuschussten Miet-Höchstbeitrage sollen erhöht werden. Dadurch hätten dann mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld. Knapp 900.000 Haushalte könnten von dieser Reform profitieren. Doch gegen die steigende Armut in Deutschland ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein