Wie sieht es auf Grund der Garantiezins Senkung nächstes Jahr mit einer Preissteigerung der Beiträge bei der Privaten Kranken- und Pflegezusatzversicherung aus?
Bei der privaten Pflegezusatzversicherung sollte ruhig Blut bewahrt werden. Die meisten Policen sind so kalkuliert, dass Versicherte in jüngeren Jahren sich ein finanzielles Polster schaffen. Später können sie davon zehren. Diese so genannte Alterungsrückstellung wird ebenfalls mit dem Garantiezins verzinst. Theoretisch müssten demnach die Bruttobeiträge auch hier steigen. Auf der Internetseite der Versicherung WWK wird vorgerechnet, dass im Extremfall die Beiträge um acht Prozent steigen können. Laut Finanzberater MLP ist eine Kalkulation von den verschiedenen Anbietern oft sehr unterschiedlich. "Zudem ist die Produktgattung recht jung, sodass klare Erfahrungswerte fehlen, die für eine valide Prognose erforderlich wären".
Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gesprochen, auch wenn die Prämien zum Jahresbeginn 2015 steigen sollten. Ende 2012 mussten laut Gesetz die Prämien angeglichen werden, da es bis dahin starke Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei den Prämien gab. Dadurch kam es bei der privaten Krankenversicherung zu stark steigenden Beiträgen. Doch viele Anbieter senkten ein Jahr später die Beiträge wieder erheblich. Zu einem hatten sie wahrscheinlich zu vorsichtig kalkuliert. Aber auch der harte Wettbewerb in dieser Branche zwang sie dazu.
