Damit eine Baufinanzierung gelingt

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine Immobilie zu erwerben, möchte diese meistens selbst nutzen. So kann zum Beispiel die Miete für eine Wohnung gespart werden oder die Immobilie als Renditeobjekt erworben werden. In beiden Fällen sollte die Finanzierung sinnvoll gestaltet werden.

Grundlagen einer Baufinanzierung

Baufinanzierung geht vor allem eine sorgfältige Planung voraus. Wichtig ist, die summe der Finanzierung genau zu ermitteln. Vom vorhandenen Eigenkapital, das mit in die Finanzierung fließen soll, sollte ein Teil als Reserve zurückgehalten werden. Als nächstes wird die monatliche Rate für die Rückzahlung festzulegen. Ausgangspunkt ist der Teil des Einkommens, der zum Lebensunterhalt nicht gebraucht wird. Auch Versicherungsbeiträge, andere Kreditraten und weitere anfallende Extrakosten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Für Eheleute sollte die Rate mit einem Einkommen tragbar sein.

Die Wahl der Darlehensart 

Nun muss eine passende Darlehensart gefunden werden. Es gibt drei Arten, bei denen die Tilgung des Darlehens im Vordergrund steht.

Bei einem Annuitätsdarlehen bleibt die Rückzahlungsrate über die gesamte Laufzeit konstant. Sie besteht aus Tilgungs- und Zinsanteil. Beim Annuitätsdarlehen wird der Zinsanteil durch die Tilgung kontinuierlich kleiner und der Tilgungsanteil im gleichen Maße größer.

Dagegen bleibt bei einem Tilgungsdarlehen der Anteil für die Tilgung immer gleich. Nur der Zinsanteil verringert sich während der Laufzeit. So wird die monatliche Rate permanent keiner. Tilgungsdarlehen kommen eher selten zur Baufinanzierung genutzt.

Bei einem Gesamtfälligen Darlehen werden zuerst nur die Zinsen abgezahlt. Die Tilgung erfolgt später zu einem im Vertrag festgelegten Termin. Die Tilgungssumme wird während der Laufzeit durch Lebensversicherungen oder Bausparverträgen und sonstigen Sparmaßnahmen angespart.

Festlegung der Verzinsung 

Die Festlegung der Verzinsung ist ein wesentlicher Bestandteil der Baufinanzierung. Unterschieden wird zwischen Festzins und variablen Zinsen. Bei einem Darlehen mit variablen Zinsen ändert sich der Zinssatz nach dem aktuellen gültigen Zinsniveau. Hier wird das Risiko eingegangen, dass der Kreditzins bei einer sehr langen Laufzeit erheblich steigen kann. Bei etwas Glück kann er natürlich auch sinken.

Bei einem Festzins wird der Zinssatz für eine Zeitspanne festgeschrieben. In der Regel liegt die Zinsbindungsfrist zwischen 5 und 10 Jahren. Es können auch längere Fristen vereinbart werden. In dieser Zeit findet keine Zinsanpassung statt. Hier sollte die aktuelle Zinssituation berücksichtigt werden. Sind die Kreditzinsen im Vergleich zu früheren Zeiten sehr hoch, sind variable Zinsen eher günstiger, da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie wieder sinken werden. Werden gerade sehr niedrige Kreditzinsen angeboten, wird eine Festverzinsung mit langer Zinsbindung bei einer Baufinanzierung günstiger sein. Wenn der aktuelle Zinssatz sich die Waage hält und nicht ersichtlich ist, ob er sinken oder steigen könnte, kommt es drauf an, wie der Darlehensnehmer sich entscheidet. Wagt er einen variablen Zins oder geht er auf Nummer sicher und entscheidet sich für einen Festzins.

Besicherung der Baufinanzierung 

Jeder Kredit ist mit Risiken für den Kreditgeber verbunden. Von den Banken und Bausparkassen werden deshalb Sicherheiten verlangt. Hier gilt die Regel: Je höher die Sicherheit, umso niedriger die Zinsen. Bei einer Baufinanzierung gelten hauptsächlich Grundpfandrechte als Sicherheit. Dabei wird im Grundbuch die Grundschuld oder eine Hypothek eingetragen. Diese Art von Sicherheit ist sehr wertbeständig, da sie sich auf die Immobilie bezieht. Andere Sicherheiten können Bauspar- oder andere Sparguthaben oder die Abtretung von Guthaben einer Lebensversicherung sein.